31.05.2010

Eine Liebe in Ligurien (3)

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30 Jahre Finale - etwas mehr als ein Reisebericht (Teil 3/Schluss)   Nicht nur wegen der Hitze sollte man als Aktivurlauber Finale spätestens ab Ende Juni bis Anfang September meiden. Die Stadt und der Strand sind in dieser Zeit so überfüllt, dass man sich vorkommt wie in der viel zitierten Ölsardine und der Verkehr kommt teilweise fast ganz zum Erliegen. Die restlichen Zeiten des Jahres, selbst der Winter, haben alle ihren eigenen Reize und sind, schönes Wetter vorausgesetzt, alle eine Reise wert. Wobei ein paar Regentage immer gut überbrückt werden können.

So kann man selbst bei strömendem Regen am Monte Cucco im Sektor `Anfiteatro´ noch klettern oder man macht einen Abstecher nach Genua in den alten Hafen und besucht das „Acquario di Genova“, eines der größten europäischen Aquarien, mit Delphin-Show und Streichelbecken. Auch ein Besuch der fantastischen „Grotte di Toirano“, 6 Kilometer von der Küste im kargen Hinterland zwischen Finale und Albenga gelegen, ist absolut empfehlenswert. Hier bietet sich eine derart große Vielfalt an Farben und Tropfsteinformationen, wie ich sie sonst noch in keiner anderen Höhle gesehen habe.

Aufgrund der guten Erfahrung am ersten Klettertag, besuchen wir einen weiteren alten bekannten Perti-Sektor, die „Placca Dell´Oasi“. Auch hier herrschen die Genuss-Schwierigkeitsgrade von 4b bis 6b vor und die schönen Platten sind wieder absolut kleinkindtauglich. Leider haben die schwierigeren Routen im mittleren Teil noch alte, zum Teil wenig Vertrauen erweckende Bolts. Dies ist in Finale aber eher die Seltenheit, denn schon früh hat man hier diese alten Bohrhaken durch neue Klebehaken ersetzt.

Bei der einzigen 3-Sterne-Route am Fels, „Grigio Perla“, 6a+ sehen diese noch ganz gut aus und die Route sieht so toll aus, dass ich trotzdem einsteige. Gleich zu Beginn merke ich, dass sich einige Zuschauer versammelt haben. Früher wäre ich so eine Route bestenfalls zum Warmmachen geklettert, aber seit Luisa sind wir mehr oder weniger zu reinen Urlaubskletterern geworden und nach einem halben Jahr absoluter Kletterpause weiß ich, dass ich eine 6a+-Platte in Finale nicht so einfach hochrenne. Also bitte nicht blamieren und `högschde´ Konzentration! Dies ist dann wohl auch der einzige Grund, warum ich die technisch super anspruchsvollen Moves aneinandergereiht bekomme und ich mich nach dem schweren Ausstiegszug heftig schnaufend auf die Umlenkung freue. Doch die ist leider abgebaut und ich fühle mich in alte alpine Zeiten versetzt, als ich an einem alten rostigen Haken und einem kleinen Bäumchen die Tour abseilend abbaue.

Hinterher stellt sich im Gespräch mit den anderen zuschauenden Kletterern heraus, dass diese alle schon am ersten bzw. zweiten Haken gescheitert waren und ebenso wie ich den Schwierigkeitsgrad, selbst für finaleser Verhältnisse, viel höher eingeschätzt haben. Dagegen empfinde ich den ebenfalls anspruchsvollen Schlüssel-Einstiegsboulder der abschließenden „Sly“, 6b am Anfang der Wand als Spaziergang und fühle mich schon wieder als richtiger Kletterer.

Als Belohnung gehen wir abends gut essen. Das Ristorante Da Anna in der V. Cristoforo Colombo, 4 in 17024 Orco Feglino ist ein absoluter Geheimtip. Hier gibt es keine Speisekarte und man lässt sich einfach die vielen köstlichen und typisch ligurischen Antipasti auftafeln. Die primi piatti mit zu Auswahl stehenden verschiedenen frischen Pastagerichten geht meisten noch locker, dagegen streichen wir bei den im Holzofen `gegrillten´ Fleischgerichten der secondi piatti meistens die Segel. Zum Abschluss noch Dolce und Espresso. Das alles zusammen mit dem einfachen aber leckeren Landwein in der Karaffe, den günstigen Preisen und dem netten Ambiente unter Einheimischen, macht Da Anna für uns zum absoluten Pflichtbesuch in Finale. 



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