30 Jahre Finale - etwas mehr als ein Reisebericht (Teil 1)
22.00 Uhr - endlich geschafft! Unser Bus ist bepackt und startbereit. Leider mal wieder viel zu spät um die 860 km-Strecke nach Finale Ligure noch in einem Stück zu schaffen. War das früher doch einfach: Kletterrucksack, mit ein paar Klamotten und dem nötigsten Proviant, Schlafsack, Isomatte und eventuell noch das kleine „Sierra Leone“-Zelt von Salewa – fertig. Aber das ist jetzt auch schon 30 Jahre her und im Laufe der Jahre wurden nicht nur die Zelte größer. Inzwischen sind wir die, über die wir früher nur die Nase gerümpft und abgelästert haben: mit superkomfortablen Family-Zelt von Outwell mit Ferienhauscharakter, Campingstühle und -tisch sowieso und was sich sonst noch alles an `Luxuscampingartikeln´ im Laufe der Jahre angesammelt hat.
Da wird mir bewusst, dass es tatsächlich genau 30 Jahre her ist, nämlich Ostern 1980, dass ich das erste Mal zum Klettern nach Finale gefahren bin. Seit dem war ich bestimmt schon 30 bis 40 mal dort und bin bei jedem Besuch immer wieder aufs Neue von der Schönheit der Region und den vielfältigen Freizeitmöglichkeiten um das wirklich sehenswerte Städtchen Finale Ligure angetan. Seit einigen Jahren wurden auch um die Nachbarstadt Albenga viele neue Klettergebiete erschlossen, die im Kletterführer von Andrea Gallo `Oltre Finale #2´ vorgestellt werden. Zusammen mit diesen Gebieten ist Finale nicht nur eines der weltweit größten und abwechslungsreichsten Klettergebiete, sondern bestimmt auch eines der schönsten. Hier hat man alles was das Kletterherz begehrt: von familienfreundlichen, gemäßigten Kletterfelsen über harte Sportkletterrouten auf Platten, Überhängen oder Dächern, alpine Mehrseillängenrouten bis 250 m Wandhöhe am Bric Pianarella bis hin zu atemberaubenden Klippenklettereien direkt über dem Meer am Capo Noli.
Inzwischen ist Finale aber nicht nur unter Kletterern bekannt und beliebt. Seit gut 10 Jahren hat es sich auch unter Mountain Bikern einen Namen gemacht. Es gibt eine Vielzahl an Trails, die mit dem Gardasee mithalten können, und die Locals haben inzwischen zusätzlich über 100 Kilometer Freeride-Trails durch das Dickicht des Hinterlandes geschlagen. Deshalb haben wir seit einigen Jahren zu unserer Kletterausrüstung natürlich auch unsere Mountain Bikes im Gepäck.
Überhaupt ist es das immer gegenwärtige Meer, ob beim Klettern, Biken, Wandern oder Beachen, das den besonderen Reiz von Finale, gerade auch für Familien ausmacht. So ist es für uns seit der Geburt unserer Tochter ein festes Reiseziel geworden, das wir mindestens einmal im Jahr ansteuern. Dabei spielt sicher auch eine Rolle, dass man relativ schnell und angenehm anreist. Nach rund 8 Stunden Fahrzeit auf fast nur Autobahnen wird man vom angenehmen mediterranen Ambiente willkommen geheißen.
Unser Ziel ist dabei immer der Campingplatz „San Martino“ in Le Manie oberhalb von Finale gelegen. Dieser ist nicht nur deutlich günstiger als die zwei anderen akzeptablen Plätze direkt in Finale (Eurocamping + Camping Mulino), sondern mit seinen großzügigen Stellplätzen zum Teil auf sonnigen Terrassen mit Meerblick und der eigenen, sehr guten Pizzeria auch der schönere. Da nehmen wir die zusätzlichen 10 bis 15 Minuten Mehrfahrzeit zum Klettern oder Einkaufen gern in Kauf, zumal wir den fantastischen Ausblick von der serpentinenreichen Straße auf den schönen Strand von Varigotti und die ligurische Küste jedes Mal wieder genießen.
Auf dem Platz angekommen, steht unser kleines Feriendomizil in rekordverdächtigen 3 Stunden, und nach der nächtlichen Autofahrt genießen wir den milden, sonnigen Nachmittag in vollen Zügen. Die Slackline ist auch schon gespannt und Luisa ist mit ihren 5 Jahren diesmal ganz begeistert und unermüdlich am Balancieren. (lies weiter in Teil 2)













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